Die neue CD »Spiegelungen« vereint Bachs Musikalisches Opfer, Viktor Kalabis’ Kanonische Inventionen und Isang Yuns Königliches Thema in einem faszinierenden Dialog über Zeit und Kultur hinweg. Drei Komponisten, drei geistige Welten treten miteinander in ein Gespräch, das zwischen barocker Klarheit, moderner Erfindungskraft und der Klangpoesie Ostasiens wandert.
Die Einspielung von Viktor Kalabis’ Sechs Kanonischen Inventionen durch Stanislav Gres markiert die Welterstaufnahme dieser Werke auf einem historischen Cembalo. Isang Yuns Königliches Thema erklingt hier erstmals in seiner ursprünglichen Fassung, aufgenommen von der Geigerin Maren Ries, die das Werk auf Grundlage von Yuns Autograph revidierte.
Erscheinungsdatum: 7.11.2025
1 CD | 74:36 min
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Auf der CD
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Musikalisches Opfer, BWV 1079
Isang Yun (1917-1995)
Königliches Thema für Violine solo, 1976
Viktor Kalabis (1923-2006)
Sechs kanonische Inventionen, Op. 20, 1962
Mitwirkende
Jan De Winne Traversflöte
Maren Ries Barockvioline, -viola & Violine
Nazar Kozhukhar Viola da gamba
Anne von Hoff Barockvioline & -viola
Stanislav Gres Cembalo
note.com (Japan), 14.11.2025
Crescendo (Belgien), 29.3.2026
Spiegelungen, Reflexe: Der deutsche Titelbegriff „Spiegelungen“ dieser CD könnte die vielfältigen Verflechtungen und Bezüge, die es durchdringen, nicht treffender beschreiben!
Diesmal widmet sich NeoBarock einem weiteren polyphonen Meisterwerk von Bach, im Wechsel mit zwei zeitgenössischen Werken. Ein treffender, aufschlussreicher, ja geradezu so naheliegender Vergleich, sodass man sich wundert, warum er – zumindest auf Platte – noch nie versucht wurde.
Eine würdige Erkundung der unerschöpflichen musikalischen und theologischen Dimensionen, die aus Bachs genialem Geflecht hervorgehen. Die Interpretation bewegt sich zwischen den mannigfaltigen Einflüssen dieses Sammelwerks, neigt jedoch zu einem strengen, archaischen Charakter – wie bei den beiden Ricercaren auf einem Cembalo von Bruce Kennedy (nach Mietke) – und zu einer Ästhetik, die an die feierlich-erhabenen Einspielungen unter DG-Archiv-Produktionen von Karl Richter (Januar 1963) und Reinhard Goebel (Februar 1979) erinnert.
Der dunkle und zugleich satte Klang der Streichinstrumente vermeidet jedoch jede Trockenheit. Die spürbare Dichte der Klangfarben und Phrasen mag bisweilen die Räume des Geheimnisvollen auflösen, verleiht dem musikalischen Verlauf jedoch zugleich eine umso größere Präsenz. Das Programm verabschiedet sich schließlich mit dem feinen, anmutigen Lächeln der Triosonate.
Bachs Genie erweist sich weiterhin als besonders offen für Auslegungen und Nebenwege. Diese Offenheit bedeutet jedoch keineswegs Beliebigkeit, sondern stellt die anspruchsvolle Aufgabe, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden – ein Anspruch, den das kluge Konzept von NeoBarock überzeugend einlöst.
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